Betriebsbesichtigung Milchwerke

Geschäftsführer der Milchwerke und FDP sind sich bei Lösungsansatz der Milchkrise einig

Zum Auftakt ihrer neuen Veranstaltungsreihe „Heimische Wirtschaft entdecken“ besuchte die FDP Berchtesgadener Land mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Milchwerke Berchtesgadener Land. Dabei konnten sich alle Besucher nicht nur über die Produktionsmethoden und das Firmenverständnis der Milchwerke informieren: Angesichts der Lage am Milchmarkt stieß auch die Diskussion über die Vorstellungen wie man die Krise in den Griff bekommen könnte auf reges Interesse.

So erfuhren die Besucher, dass die Milchwerke mit rund 40 Cent/Liter deutschlandweit den höchsten Milchpreis an ihre 1.800 genossenschaftlich organisierten Landwirte zahlen. Damit wird nicht nur das wirtschaftliche Überleben der Bauern gesichert, sondern zugleich auch ein bedeutender Mehrwert für die Verbraucher geschaffen. Denn nur durch einen fairen Milchpreis kann zum Beispiel eine Fütterung ohne Gentechnik sowie höchste, zertifizierte Qualität sichergestellt werden.

In der Diskussion über die Vorstellungen zur Überwindung der Milchkrise wurde schnell deutlich, dass Milchwerke und FDP Berchtesgadener Land der gleichen Meinung sind. Laut Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Genossenschaftsmolkerei, seien faire Erzeugerpreise nur möglich, wenn auch die Landwirte hinsichtlich der Milchmengen-Anlieferung auch mit Blick auf die Marktlage handelten. In die gleiche Kerbe schlagen auch die Freien Demokraten: „Wir brauchen eine nachhaltige und marktwirtschaftliche Lösung, durch die unsere Landwirte am Markt einen fairen und angemessenen Preis erzielen können“, erläutert der FDP-Kreisvorsitzende Alexander Reich und fügt hinzu:

„Subventionen alleine bringen niemanden weiter, vor allem nicht auf lange Sicht. Dass marktwirtschaftliche Ansätze von den Landwirten angenommen werden und nachhaltig sind, beweisen unsere Molkereigenossenschaft. Was hier im Kleinen funktioniert, funktioniert auch im Großen.“ Dabei spielt Reich darauf an, dass die Landwirte, die die Milchwerke in Piding beliefern, laut Pointner den Appell, die Milchmenge um 6% zu reduzieren, ernst nahmen und die Anlieferung somit nicht weiter stieg. Immerhin könne jeder Liter überschüssige Milch nur für knapp 15 Cent am sog. Spotmarkt verkauft werden, was für die Genossenschaft großen Schaden anrichtet. Die besonnene Reaktion der heimischen Bauern wertet Pointner demnach als Beweis, „dass fast alle unserer Bauern Unternehmer sind und auch so handeln.“

Von den Teilnehmern der Betriebsbesichtigung wurde besonders positiv aufgenommen, dass die Milchwerke besonderen Wert auf ein großes Bio-Sortiment legen: Seit inzwischen 43 Jahren ist die Molkreigenossenschaft auch eine Bio-Molkerei und wird inzwischen von rund 470 Demeter- und Naturland-Bauern beliefert. Doch auch das Bio-Segment sei laut Pointner inzwischen von der Milchkrise erfasst. Während Demeter-Milch noch kostendeckend verarbeitet werden kann, müssen die Naturland-Bauern inzwischen ebenfalls ihre Milchmengen zurückfahren.

Auf Grund der wirtschaftlich sehr durchdachten Handlungsweise und des fairen Umgangs mit Bauern, Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen, war auch niemand verwundert, dass die Milchwerke Berchtesgadener Land im Bereich Frischmilch seit 2003 Marktführer in Bayern sind. Des Weiteren fiel sehr positiv auf, welch großen Wert die Verantwortlichen auf Nachhaltigkeit legen:

So wird der benötigte Strom aus regenerativen Energien gewonnen, eine eigene Energiezentrale befindet sich derzeit in Bau und Produktreste werden in Piding als Biogas verstromt. Zudem verzichten die Milchwerke bewusst auf PET-Flaschen und setzen z.B. Mehrweg-Glasflaschen, Tetra Pak-Kartons und Zweikomponenten-Becher ein. Konsequenterweise wird Abwärme, die bei der Kühlung der Milch entsteht, nicht nur in der Produktion genutzt, sondern auch für die Beheizung der Räumlichkeiten.

So zeigte die Betriebsbesichtigung nicht nur mögliche Wege aus der derzeitigen Milchkrise, sondern machte auch allen Teilnehmern klar, welch außergewöhnliches Unternehmen der Landkreis mit den Milchwerken Berchtesgadener Land beherbergt.

 

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