„Hidden Champion“ in Laufen

FDP Berchtesgadener Land besucht mit StM a.D. Martin Zeil und IHK-Geschäftsstellen-Leiter Janhsen die Fa. HÖRL

Anlässlich seines Besuchs beim FDP-Kreisverband BGL besichtigte Staatsminister a.D. Martin Zeil mit den heimischen FDP-Politikern die Firma HÖRL in Laufen. Neben Zeil waren Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, sowie der heimische Landtagskandidat Wilhelm Gschossmann, Kreisvorsitzender Alexander Reich, Kreisrat Armin Nowak, der Bad Reichenhaller Stadtrat Gerhard Schröter, die Bad Reichenhaller Ortsvorsitzende Ingrid Porbeck sowie JuLis-Kreisvorsitzender Franz Farthofer dabei.

Zu Beginn erläuterten die beiden Geschäftsführer Thomas Hörl und Franz Praxenthaler die Erfolgsgeschichte der Firma, die im Jahr 1991 in einem kleinen Bauernhof begann und heute zu den Weltmarktführern im Bereich Kunststofftechnik gehört. Damals als Spritzgussbetrieb gegründet, liegt der Schwerpunkt von HÖRL heute auf der Herstellung von anspruchsvollen Kontaktkomponenten für die Automobil-, Telekommunikations- und Elektroindustrie. Besonders beeindruckt zeigte sich die FDP-Delegation von der besonderen Präzision, mit der die Produkte hergestellt werden: Die einzelnen Komponenten besitzen teilweise die „Dicke“ von nur 1/10 eines menschlichen Haares.

Dementsprechend eindrucksvoll war für die Besucher der hohe Innovationsgrad der Firma HÖRL. Beim Gespräch zwischen den Vertretern der FDP, IHK-Geschäftsstellen-Leiter Janhsen und den beiden Geschäftsführern spielten die Herausforderungen für den Mittelstand eine besondere Rolle. Dabei zeigte sich, dass insbesondere die stetig voranschreitende Digitalisierung sowie die überbordende Bürokratie Herausforderungen sind, die es zu meistern gilt.

In diesem Zusammenhang ging Martin Zeil beispielsweise darauf ein, dass die derzeitigen Förderprogramme zum Ausbau der Infrastruktur für Glasfaser-Internet aus seiner Sicht nicht mit der technischen Entwicklung Schritt gehalten habe: „Jeder, der bereits einen Anschluss von mindestens 30 MBit/s besitzt, gilt in den derzeitigen Förderprogrammen als nicht förderungswürdig. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass 30 MBit/s weit von Glasfaser- und VDSL-Geschwindigkeiten entfernt liegen.“ Dass es neben dem Ausbau des Glasfaser-Internets zum Teil immer noch auch beim Ausbau des Mobilfunknetzes hapert, zeigte ein Blick aufs Handy während des Gesprächs: „Kein Netz“.

Im Zusammenhang mit der Diskussion rund um bürokratische Hürden, die zu bewältigen sind, kam auch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zur Sprache, die seit Ende Mai in Kraft ist. Aus Sicht des FDP-Kreisvorsitzenden Alexander Reich bedarf die DSGVO in ihrer Ausgestaltung in Deutschland noch Nachbesserungen: „Sinn und Zweck der DSGVO ist, dass die Daten der Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa einem gleich hohen Schutzniveau unterliegen und dass die Menschen die volle Datensouveränität auch gegenüber großen multinationalen Konzernen behalten. Es ist jedoch offensichtlich, dass sich dabei große zusätzliche Belastungen für Bürger und Unternehmen ergeben haben. Hier hat es die Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren vor Inkrafttreten der DSGVO leider versäumt, durch das Begleitgesetz entsprechende Erleichterungen zu schaffen. Das sollte schleunigst nachgeholt werden, um die Menschen in Deutschland zu entlasten“, verdeutlicht Reich die Haltung der FDP zu diesem Thema.

Angesichts des hohen Standes an Auszubildenden von durchschnittlich rund 30 pro Jahr, den HÖRL aufzuweisen hat, wurde auch über die Bildungspolitik diskutiert. Hier versprachen sowohl Landtagskandidat Wilhelm Gschossmann als auch Martin Zeil, sich wie schon in der Vergangenheit auch weiterhin für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung einzusetzen. Gschossmann brachte es mit einem Beispiel auf den Punkt: „Wenn alle studieren, wer baut dann die Universitäten? Nicht nur die akademische Bildung, auch die berufliche Bildung ist von größter Wichtigkeit. Gerade Deutschland mit seiner dualen Ausbildung hat die besten Voraussetzungen dafür – deshalb werden wir vom Ausland ja auch für dieses System beneidet. Aber wir müssen die Chancen, die es bietet, auch nutzen! Im Gespräch mit den Geschäftsführern von HÖRL wurde abermals deutlich, dass der Facharbeitermangel kein Mythos, sondern Realität ist. Dagegen können wir nur ankämpfen, indem wir auch die berufliche Ausbildung stärken und unsere Jugend dazu ermutigen, in einen Ausbildungsberuf einzusteigen.“

In diesem Zusammenhang zeigte sich auch der Bad Reichenhaller Stadtrat Gerhard Schröter sehr erfreut darüber, dass sowohl die Zahl der Auszubildenden bei HÖRL konstant hoch ist und die Mitarbeiterzahl insgesamt bereits seit Jahren steigt: „Steigende Mitarbeiterzahlen und konstant hohe Zahlen an Auszubildenden sind gerade in einem Betrieb, der vollumfänglich auf Automation setzt, nicht selbstverständlich. Es zeigt aber, dass die Digitalisierung hochwertige Arbeitsplätze gerade im internationalen Wettbewerb bei einheimischen Firmen gewährleisten kann, wenn sie, wie bei HÖRL, kompetent und verantwortungsvoll umgesetzt wird.“

v.l.: IHK Geschäftsstellen-Leiter Wolfgang Janhsen, Geschäftsführer Thomas Hörl, Geschäftsführer Franz Praxenthaler, FDP-Ortsvorsitzende Bad Reichenhall Ingrid Porbeck, FDP-Landtagskandidat Wilhelm Gschossmann, StM a.D. Martin Zeil, Kreisrat Armin Nowak, Bad Reichenhaller Stadtrat Gerhard Schröter, FDP-Kreisvorsitzender Alexander Reich, JuLis-Kreisvorsitzender Franz Farthofer

 


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