JuLis-Kreisverband Berchtesgadener Land-Traunstein gegründet

Vorsitzender Hubmann: „Unser thematischer Schwerpunkt wird die Bildung sein.“

Freilassing – Mit der Neugründung des Kreisverbandes der Jungen Liberalen (JuLis) Berchtesgadener Land-Traunstein ist die Region von nun an um eine Jugendorganisation reicher: Die JuLis sind die Jugendorganisation der FDP, als eingetragener Verein aber dennoch unabhängig. Eine JuLis-Mitgliedschaft, die im Alter zwischen 14 und 35 Jahren möglich ist, ist daher auch nicht zwingend mit einer Parteimitgliedschaft verbunden, was die Jungen Liberalen von vielen anderen Jugendorganisationen unterscheidet. Zum Vorsitzenden der JuLis BGL-TS wurde Manuel Hubmann (BGL) gewählt, als Stellvertreter steht im Alexander Haunerdinger (TS) zur Seite. Schatzmeister wurde Tom Schubert-Georgii, Beisitzer Franz Farthofer (beide BGL). Als Gastredner nahm Thomas Sattelberger, ehem. Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und der Continental AG, an der Veranstaltung teil.

Im Freilassinger Gasthaus Schmuggler gaben die unter 35-jährigen FDP-Mitglieder der Kreisverbände Berchtesgadener Land und Traunstein den Startschuss für eine liberale Jugendorganisation in der Region.  Alexander Reich, FDP-Bundestagskandidat und Kreisvorsitzender im Berchtesgadener Land, verwies in seinem Grußwort auf die Vorarbeiten, die zur Gründung des JuLis-Kreisverbands getroffen wurden:

„Heute schaffen wir ein starkes und vor allem liberales Gegengewicht  zur JU in unserer Region. Wettbewerb belebt ja bekanntlich das Geschäft“, so Reich mit einem Augenzwinkern. „Das ist uns nun nach langer Vorarbeit auch deshalb möglich, da wir im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs von fast 22% zu verzeichnen hatten, das Durchschnittsalter dieser Neumitglieder liegt bei genau 30 Jahren. Darum kann ich es nur wiederholen: Die Politikverdrossenheit, gerade bei der Jugend, ist vorbei!“

Reich, der selbst seit über 7 Jahren JuLis-Mitglied ist, begründet diese neue Begeisterung junger Menschen mit der gesamtpolitischen Lage: „Die innen- und weltpolitische Lage lässt die Menschen wieder Partei ergreifen, die Zeit der Partei- und Teilnahmslosigkeit ist vorbei.“ Als ein Beispiel, das gerade auch jüngere Generationen betrifft, sprach der Bundestagskandidat die Lage des derzeitigen Sozialstaats an:

„Die Große Koalition konserviert den Sozialstaat im status quo, anstatt Veränderung für die Zukunft zu ermöglichen. Die steigenden Abgaben unseres Sozialsystems belasten nicht nur Arbeitgeber, sondern vor allem auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, also die breite Mitte der Gesellschaft.“ In diesem Zusammenhang verwies Reich darauf, dass „die Politik natürlich denjenigen gegenüber Verantwortung hat, die Hilfe benötigen und diese auch erhalten müssen. Aber wir haben auch eine Verantwortung denjenigen gegenüber, die das alles bezahlen müssen. Bei ihnen stehen wir genauso in der Schuld.“

Die Freien Demokraten blicken laut Reich zwar mit Realismus, aber auch mit Mut und Optimismus in die Zukunft und die Jungen Liberalen seien dabei schon immer „Triebfeder und zugleich Stachel im Fleisch der FDP“ gewesen und zitierte in diesem Zusammenhang den Kanzler der ersten sozial-liberalen Koalition, Willy Brandt: „Die Zukunft wird nicht von denen gemeistert, die am Vergangenen kleben.“

Bei der anschließenden Wahl des Vorstands des Kreisverbands der Jungen Liberalen wurden Manuel Hubmann aus Bad Reichenhall einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Unterstützt wird er in seiner Arbeit von Alexander Haunerdinger aus Petting, der ebenfalls einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Des Weiteren gehören dem Vorstand durch ebenfalls einstimmige Wahlergebnisse Tom Schubert-Georgii aus Bayerisch Gmain als Schatzmeister und Franz Farthofer aus Marktschellenberg als Beisitzer an.

Der neue JuLis-Vorstand (v.l.) mit Gastredner Thomas Sattelberger (Mitte): Vorsitzender Manuel Hubmann, Schatzmeister Tom Schubert-Georgii, Beisitzer Franz Farthofer und der stellvertretende Vorsitzende Alexander Haunerdinger

Zur Gründung des Kreisverbandes der Jungen Liberalen passend, hielt Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG und der Continental AG und ehemaliger Operations Chief bei Lufthansa Passage, im Anschluss an die Wahl des Vorstands ein Impulsreferat zum Thema „Bildung und Arbeitswelt im Zeitalter der Digitalisierung“. Sattelberger, der für die FDP als Bundestagskandidat im Wahlkreis München-Süd antritt, verwies dabei darauf, dass man in Deutschland nicht nur darauf achten dürfe, den Industriestandort zu sichern: „Daneben müssen wir ganz dringend den Digitalstandort Deutschland ausbauen“, so Sattelberger.

Denn die in Deutschland etablierten Wirtschaftszweige würden angesichts der Digitalisierung und dem weltweiten Wandel vor großen Herausforderungen stehen: „Ein Tesla besitzt zum Beispiel 85% weniger Metallteile als herkömmliche Autos. Dieser Trend stellt die Automobilzulieferer und alle anderen Unternehmen, die in dieser Wertschöpfungskette integriert sind, vor große Herausforderungen. Die digitale Kompetenz ist daher die spiegelbildliche Voraussetzung dafür, dass Deutschland auch in 20 Jahren noch wettbewerbsfähig sein wird“, so Sattelberger.

Diese Kompetenz beginne bei der Bildung, so Sattelberger, der als Sprecher des „Nationalen MINT-Forums“ (MINT ist das Akronym der Lehrfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist. Er machte deutlich, dass „IT-Kompetenz quer durch den gesamten Fächerkanon“ hindurch Niederschlag finden müsse. „Informatik ist nur noch in vier Bundesländern ein Wahlpflichtfach – so werden wir die Hürde der Digitalisierung nicht überspringen können.“ Zudem gab Sattelberger einen Ausblick auf die Zukunft der Berufsausbildung, in der es fortan weniger auf Abschlüsse, sondern mehr auf Anschlüsse ankommen werde, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der rasanten Entwicklung Schritt halten können.

Zum Abschluss machte der JuLis-Kreisvorsitzende Manuel Hubmann klar, welche Themenschwerpunkte er mit den Jungen Liberalen setzen wird: „Ich möchte mich vor allem auf die Bildungseinrichtungen in der Region konzentrieren. Als Liberale möchten wir, dass jeder Mensch die Chance hat, sein Leben nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Dafür soll aber jeder gleichwertige Chancen haben – und diese Chancengleichheit beginnt bei der Bildung. Bildung ist der Schlüssel für den Erfolg jedes Einzelnen. Weltbester Bildung bedarf es nicht nur in der Landespolitik, sondern vor allem auch auf regionaler Ebene“, so Hubmann.
 
Darum werde er sich mit den JuLis für den Ausbau heimischer Bildungseinrichtungen ein-setzen, sowie für die Nutzung von Synergie-Effekten des EuRegio-Raumes und somit vor allem mit den Bildungsmöglichkeiten in der Stadt Salzburg. „Selbstverständlich werden wir auch den Bundestagswahlkampf sowohl tatkräftig als auch ideenreich unterstützen“, so der neue Vorsitzende abschließend.
 
Die besondere Bedeutung der Gründung des JuLis-Kreisverbandes wurde auch durch die Gäste unterstrichen: Neben vielen Interessierten und dem Gastredner Thomas Sattelberger wollten auch David Berends, stellvertretender Vorsitzender der JuLis Bayern, Dr. Jens Barschdorf, stellvertretender Vorsitzender der JuLis Oberbayern, sowie zwei Redakteure des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ die Veranstaltung nicht verpassen und wünschten den Jungen Liberalen viel Erfolg für ihre zukünftige Arbeit.

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