Liberales Montagsgespräch: Kandidaten stellen sich vor

Beim Liberalen Montagsgespräch der FDP Bad Reichenhall stellten sich diesmal die beiden Stimmkreiskandidaten vor: Wilhelm Gschossmann aus Ramsau für die Landtagswahl und Manuel Hubmann aus Bad Reichenhall für die Bezirkstagswahl.

Der Hotelfachmann Gschossmann spannte einen Bogen politischer Themen aus dem inneren Landkreis bis hin zur Landespolitik: Nach seiner Meinung gibt es auch im Raum Berchtesgaden zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Am Beispiel des Grundstückprojektes bei der ehemaligen Villa Schön in Berchtesgaden würde deutlich, dass wertvolles Potential an Grund und Boden für Einheimische nicht nutzbar gemacht werde, sondern für teure Wohnprojekte zur Verfügung stünde. „Es entstehen viel zu oft Zweitwohnungen, die häufig leer stehen, Berchtesgaden läuft Gefahr, ein weiteres Sylt zu werden.“

Gschossmann äußerte ebenfalls Kritik an Mammutprojekten rund um den Königssee wie  neue große Hotels und der Ausbau der Jennerbahn. „Demnächst können pro Tag so viele Menschen in das Jennergebiet transportiert werden wie früher in einer Woche. Neben der Frage, wie man dieser Menschenmassen Herr werden kann, wird sich das Parkplatzproblem noch verschärfen, das jetzt schon besteht.“  

Der Landtagskandidat bemüht sich als Bürgerbeauftragter das Gespräch mit möglichst vielen Menschen zu suchen- auf der Straße, bei Stadtfesten und in Bierzelten. Dort würden ihm viele Bürger ihre Probleme und Sorgen vortragen, so zum Beispiel zu den oben genannten Themen. Als Landtagsabgeordneter würde er sich für den ländlichen Raum stark machen, sich für mehr bezahlbare Wohnungen und für ein neues Ladenschlussgesetz in touristischen Gebieten einsetzen.

Gschossmann nannte den Gedanken an eine eigene bayerische Grenzpolizei abwegig- schon aus rechtlichen Gründen. „Was wir brauchen, ist der Schutz der EU-Außengrenzen und ein modernes Einwanderungsgesetz, das es uns ermöglicht, Menschen aufzunehmen, die bei uns arbeiten wollen und gebraucht werden.“ 

 Manuel Hubmann, der in Salzburg Recht und Wirtschaft studiert, stellte die Themen „Pflege im Alter“ und „Jugend und Bildung“ in den Mittelpunkt seiner programmatischen Vorstellungen für eine wirksame Politik des Bezirkes Oberbayern. Er sprach sich dafür aus, dass pflegebedürftige alte Menschen selbstständig entscheiden sollten, wie ihre Pflege organisiert werden könnte. Hubmann erachtete dabei das Prinzip „ambulant vor stationär“ als vorrangig. 

Zu einer guten Jugendpolitik des Bezirkes gehört für den Bezirkstagskandidaten eine effektive Medienfachberatung. Diese sollte vor allem Pädagogen dazu befähigen, den Jugendlichen die notwendige Medienkompetenz zu vermitteln und den Gefahren des exzessiven Gebrauchs von digitalen Medien entgegen zu arbeiten. Außerdem forderte Hubmann eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Bezirk Oberbayern und den verschiedenen Jugendverbänden.

 

Die beiden Stimmkreiskandidaten mit der Bad Reichenhaller Ortsvorsitzenden (v.l.): Wilhelm Gschossmann, Manuel Hubmann, Ingrid Porbeck.


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