Watzmanntherme soll erhalten bleiben

Mit Unverständnis reagiert der FDP-Kreisrat und FDP-Ortsvorsitzende Berchtesgadener Tal Armin Nowak auf Presseberichte, laut denen eine Schließung der Watzmanntherme angedacht wird:

„Die Gemeinden leisten mit ihrer Infrastruktur Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehören auch Bäder. Dabei muss jedem klar sein, dass solche Bäder, vor allem, wenn sie zu verträglichen Eintrittspreisen angeboten werden, niemals kostendeckend betrieben werden können.“

Dem stimmt auch FDP-Kreisvorsitzender und -Bundestagskandidat Alexander Reich zu: „Dass mit solchen Bädern rote Zahlen geschrieben werden, ist klar. Mit diesem Geld leistet die öffentliche Hand allerdings einen enorm wichtigen Beitrag sowohl zur Kinder- und Jugendarbeit als auch zur Unterstützung der ehrenamtlichen Rettungsdienste, wie z.B. der Wasserwacht.“

In diesem Zusammenhang hebt Reich auch die große Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft hervor: „Ein erdrückend großer Anteil unserer Versorgung mit Rettungs- und Bergungsdiensten sowie dem Katastrophenschutz wird durch Ehrenamtler geleistet, die Großartiges leisten. Dieses ehrenamtliche Engagement darf der Staat nicht ausnutzen, den Helfern darf kein Nachteil daraus entstehen. Wenn die Infrastruktur ausgedünnt wird, bekommen wir langfristig ein Problem. Gleiches gilt auch für die Kinder- und Jugendarbeit, wie z.B. das Schulschwimmen.“

Dem schließt sich auch Nowak an: „Wo sollen die Kinder denn den Schwimmunterricht erhalten? Wenn der gesamte südliche Landkreis in die Ruptertustherme nach Bad Reichenhall oder ins Badylon nach Freilassing fahren soll, bekommen wir in diesen beiden Bädern ein riesiges Problem mit der Belegung, Gleiches gilt für die schon angesprochenen Rettungsdienste. Außerdem sind gerade im Schulunterricht die Fahrzeiten auch mit einzukalkulieren.“ Demnach sollte man auch darüber nachdenken, am Standort der Watzmanntherme z.B. ein Schwimm-Lehrzentrum zu etablieren.

Um die Wichtigkeit des Schwimmunterrichts hervorzuheben, zieht FDP-Kreisrat Nowak Statistiken der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) heran: „Die Wasserwachten haben festgestellt, dass heute rund zehn Prozent weniger Menschen schwimmen können, als noch vor 30 Jahren. Mit ein Grund dafür sind demnach die Schließungen von Bädern in vielen Orten.“

Der FDP-Ortsverband Berchtesgadener Tal pocht deshalb darauf, möglichst keinen Investitionsstau auflaufen zu lassen bzw. ihn schleunigst zu reduzieren: Als Negativbeispiel nennt Nowak das Alpamare in Bad Tölz: „Das Alpamare war einst ein Markenzeichen von Bad Tölz. Investitionsstau und Mutlosigkeit führten am Ende jedoch zur Schließung des Bades. Die Watzmanntherme ist auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt für den Tourismus des südlichen Landkreises, das darf nicht vergessen werden. Am Beispiel Bad Tölz hat man gesehen, wie sich die Übernachtungszahlen nach Schließung einer Therme entwickeln.“

Unser Bad hatte mit der viel zu hohen Pacht ursprünglich einen Geburtsfehler, der später zu Lasten des TRBK etwas korrigiert wurde. Durch die geringeren Pachteinnahmen konnten dann aber nicht die gewünschten Tilgungen erzielt werden, weshalb der Schuldenstand so hoch ist. Vielleicht sollte man hier einen ähnlichen Weg gehen wie bei der Jennerbahn“, schlägt Nowak vor.

„Zumindest eine Teilprivatisierung ähnlich wie in Bad Endorf wäre eine gute Lösung. Hier behalten die Kommunen 76 % der Anteile und beteiligen  mit 24 % private Investoren, ähnlich wie bei der Jennerbahn (mit einem größeren Investorenanteil). Bad Endorf gelang mit der Entflechtung der Chiemgau-Therme zudem, dass der Badbetreiber  nun auch  Eigentümer des Grundstückes ist. Auch hier könnte ein Ansatz liegen, um die notwendige Investitionssumme aufbringen zu können“, so Nowak abschließend.

Derzeit wird laut Medienberichten über eine Schließung der Watzmanntherme in etwa fünf Jahren nachgedacht. Unter anderem die Konkurrenz der Bad Reichenhaller Rupertustherme und dem sich im Bau befindlichen Neubaus des Salzburger Paracelsusbades mache dem Bad im südlichen Landkreis Probleme. Bei diesen Überlegungen werden allerdings ausgerechnet die Besucherzahlen des Jahrhundertsommers 2015 mit 213.000 Besuchern herangezogen, obwohl in diesem Jahr alle Hallenbäder unter dem Wetter litten.


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